Willkommen im Dorf Rosenthal!

Foto: Klaus-Jürgen Lebede
Dr. Dieter Bonitz

Der 47. Rosenthaler Herbst 2020 fand nicht als Volksfest statt. Es gab nur eine Versammlung am Samstag zwischen 14 und 20 Uhr auf dem Anger an der Hauptstraße in Rosenthal. 

Als die Corona-Fälle im Juni weniger geworden waren, wollten wir mit einem Hygienekonzept eine kleine Variante des Herbstfestes planen. Dieses Konzept scheiterte am Ende auch noch an den Bauarbeiten in der Mönchmühler Straße. Die Berliner Wasserbetriebe hatten die Straße gesperrt, so dass die Anwohner der Hauptstraße zwischen Vogelweide und Centweg alle über das Festgelände hätten fahren müssen, um auf ihr Grundstück zu kommen. Das wollte der Vorstand ihnen nicht zumuten und sagte am Ende alles ab. 

Was blieb, war eine Versammlung unter dem Motto: „Erhaltet den Rosenthaler Herbstes und andere Volksfeste.“ Am Samstag, den 19. September 2020,  traf  sich ab 14 Uhr der Vorstand des Bürgervereins auf dem früheren Festgelände. Bezirksbürgermeister Sören Benn eröffnete mit dem Bürgervereinsvorsitzenden Dr. Dieter Bonitz um 14.30 Uhr die Versammlung. Um 18.00 Uhr spielten die Swingin‘ Hermlins und übertrugen ab 19.00 Uhr ihren täglichen Livestream auf Facebook und auf YouTube. Und um 19.30 Uhr wurde die Versammlung beendet. 

Der Rosenthaler Herbst ist das beliebte Erntedankfest am dritten Wochenende im September jeden Jahres in Rosenthal. Seit über 40 Jahren ist es ein Dorffest mit Kirmes, Erntedank-Gottesdienst und dem größten historisch geprägten Festumzug im Norden Berlins. Der Rosenthaler Herbst ist der Höhepunkt des kulturellen Lebens im Dorf Rosenthal. Organisiert und getragen von unserem Bürgerverein.

Auch in diesem Jahr wollten wir vom 18. bis 20. September 2020 den 47. Rosenthaler Herbst im historischen Ortskern von Rosenthal feiern. Doch die Vorbereitungen waren überschattet durch die Corona-Pandemie, die seit dem 16. März 2020 zu weitreichenden Ausgangsbeschränkungen geführt hat. Große Veranstaltungen, ob im Saal oder unter freiem Himmel, waren seit dem ganz verboten oder nur mit Beschränkungen gestattet. Grundsätzlich wäre unsere Veranstaltung unter freiem Himmel möglich gewesen. Der Antrag mit Hygienekonzept war gestellt. Es wäre ein anderes Fest geworden. Ohne zugkräftige Bands, ohne Festumzug und ohne Gottesdienst. Doch jetzt steht fest: Es wird in diesem Jahr kein Fest geben.   

Danksagung

Viele engagierte Partner haben seit vielen Jahren ihren Teil zum Gelingen des Festes beigetragen. Besonders erwähnen möchte ich die Evangelische Kirchengemeinde Rosenthal-Wilhelmsruh, den Bezirksverband der Gartenfreunde Pankow e.V., die Kunstschmiede Gösta Gablick, das Landhaus Rosenthal und die Laubinger Event GmbH. Nur durch das Zusammenwirken der verschiedenen Organisationen und ihrer aktiven Mitglieder war es gelungen, dieses Fest seit mehr als 45 Jahren jedes Jahr aufs neue auf die Beine zu stellen. Dafür danken wir als Bürgerverein Dorf Rosenthal e.V. und wünschen uns, dass alle unsere Partner die Krise überstehen und im nächsten Jahr wieder mit uns feiern können. 

Geschichte

Nach unserer Zählung fand der erste Rosenthaler Herbst 1974 statt, im Jahr des 25-jährigen Bestehens der DDR. Die Idee hatte im Jahr davor Hans Moser, der damals in Rosenthal als selbständiger Kameramann arbeitete und den Kulturauftrag von der örtlichen Gemeindevertretung, der Nationalen Front, erhielt. Seine Initiative und zahlreiche Gespräche mit Freunden und den ansässigen Gastwirtschaften bewog die Zivilgesellschaft Rosenthals, sich dieses Fest zu eigen zu machen und es vor der Vereinnahmung durch Partei und Staat der DDR zu bewahren und im vereinten Deutschland fortzusetzen. 

Auftrag

Der Bürgerverein Dorf Rosenthal e.V. ist nach der Wiedervereinigung von denen gegründet worden, die den Rosenthaler Herbst am Leben erhalten wollten. Ein Verein nach bürgerlichem Recht schützt die Organisatoren zumindest teilweise vor den finanziellen und rechtlichen Risiken eines großen Volksfestes.

Im Laufe seines Bestehens ist der Bürgerverein von 17 Gründungsmitgliedern im Jahr 2002 zu einem Verein mit heute über 100 Mitgliedern angewachsen. Der Verein kümmert sich um das Erscheinungsbild des Ortes und um das Zusammenleben im Ortsteil Rosenthal. Im Frühjahr und im Herbst wird gemeinsam mit der BSR der Anger geharkt und gefegt. Zu Weihnachten und zu Ostern wird der Ortskern geschmückt. Das Bodendenkmal des Rosenthaler Wohnturms, das Zeugnis der Entstehungsgeschichte Rosenthals, hält der Bürgerverein in Ordnung. Außerdem kümmert er sich um die Grabstätte des ersten Chronisten von Rosenthal, Otto Wurstmacher, und die Grabstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt auf dem evangelischen Friedhof Rosenthal.

Selbstverständnis

Der Bürgerverein Dorf Rosenthal versteht sich als Plattform für das bürgerschaftliche Engagement am Ort. Um diesem Anspruch in Zukunft besser gerecht zu werden, wurde eine neue Satzung erarbeitet. Sie sollte im Frühjahr 2020 auf der Jahreshauptversammlung verabschiedet werden. Wegen der Corona-Pandemie musste die Versammlung abgesagt werden. Auf Grund der gesetzlichen Änderung wegen der Corona-Pandemie konnten wir die Satzung in einem schriftlichen Verfahren beschließen. Für die Zukunft können wir also, wenn die Corona-Pandemie beendet worden ist, auf Basis unserer neuen Satzung weiterarbeiten.

Wir laden alle Rosenthalerinnen und Rosenthaler herzlich ein, in unseren Verein einzutreten (Aufnahmeantrag) und aktiv mitzuarbeiten. Alteingesessene und Zugezogene können sich hier kennenlernen und das Zusammenleben in Rosenthal aktiv mitgestalten. 

Mit herzlichen Grüßen

Dr. Dieter Bonitz
(Vereinsvorsitzender)

 

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